RISS. Zeitschrift für Psychoanalyse. Nr. 101: Lacanitverstan: LACANsLEHREN. Hg. v.
Artur R. Boelderl
Peter Widmer
, 4155 (ISBN: 978-3-911681-04-9 978-3-911681-03-2, DOI: 10.21248/riss.2025.101.95).
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Von der Codevermittlung zur Übersetzung

Lacan lehren – nicht ohne Laplanche

De l’enseignement du code à la traduction

Enseigner Lacan — pas sans Laplanche

From Code Teaching to Translation

Teaching Lacan — not without Laplanche

Ulrike Kadi

Lacans Lehre ist durch eine Vielzahl von psychoanalytisch wenig gebrauchten Ausdrücken, von unerwarteten Wortschöpfungen und ihm entwickelten Konzepten geprägt. Die Vermittlung seiner Theorien stellt Unterrichtende vor keine geringen Probleme. Denn dabei laufen Lacans Signifikanten Gefahr, sich in Codes zu verwandeln. Eine Betonung der Rätselhaftigkeit von Signifikanten, wie sie Jean Laplanche ausgearbeitet hat, kann helfen, solche Sackgassen der Vermittlung zu verlassen.

L’enseignement de Lacan se caractérise par une multitude d’expressions peu utilisées en psychanalyse, par des créations de mots inattendues et par des concepts qu’il a développés. La transmission de ses théories pose de nombreux problèmes aux enseignants. En effet, les signifiants de Lacan risquent de se transformer en codes. Mettre l’accent sur le caractère énigmatique des signifiants, comme l’a fait Jean Laplanche, peut aider à sortir de telles impasses de la transmission.

Lacan’s teaching is characterised by a large number of psychoanalytically little-used expressions, unexpected word creations and concepts developed by him. Teaching his theories presents teachers with no small problems. This is because Lacan’s signifiers run the risk of turning into codes. Emphasising the mysteriousness of signifiers, as developed by Jean Laplanche, can help to overcome such impasses in teaching.

Allein wir lieben es in der Psychoanalyse, im Kontakt mit der populären Denkweise zu bleiben und ziehen es vor, deren Begriffe wissenschaftlich brauchbar zu machen, anstatt sie zu verwerfen.1

Die meisten Formen psychoanalytischen Lehrens haben ein gemeinsames Problem: Sie sind unmöglich. Sie sind unter anderem unmöglich, weil sie in klinischer Hinsicht etwas Singuläres vorwegnehmen müssten, was sich, gerade auch weil es singulär ist, nicht vorwegnehmen lässt. Sie sind unmöglich, weil sie mit dem psychoanalytisch im Zentrum stehenden Unbewussten von etwas handeln, was kein Etwas ist. Sie sind unter anderem auch unmöglich, weil sie sich mit der in einer psychoanalytischen Lehre unvermeidlichen Vermittlung theoretischer Inhalte auf einem Terrain bewegen, das psychoanalytisch dem Abwehrmechanismus der Intellektualisierung nahesteht und insofern den Zugang zum Gesuchten eher verstellt.

Jacques Lacan ist mit den Unmöglichkeiten, Psychoanalyse zu lehren, auf seine eigene, institutionell heute bisweilen infrage gestellte Weise umgegangen.2 Im Rahmen seiner Seminare ist mündlich und mit seinen Écrits schriftlich ein textuelles Gewebe entstanden, in welches diese Unmöglichkeiten in solcher Weise hineingewebt sind, dass sie produktiv werden können, indem sie schwer verständlich bleiben und damit einen Motor für Wunschproduktionen bilden. Sein Text vermag nicht zuletzt aufgrund seiner eigentümlichen sprachlichen Form Interesse und Neugier bei (angehenden) Analytiker*innen und Forscher*innen aus anderen theoretischen Feldern zu wecken.

Das Unmögliche in Lacans Textproduktionen hat aber auch seine Schwierigkeiten, die hier den Ausgangspunkt der Überlegungen bilden werden: Seine Texte verstellen bekannte Wege psychoanalytischen Forschen und Erkennens, weil sie eine Fülle von sonst in der Psychoanalyse kaum gebräuchlichen Worten, Wortschöpfungen und inzwischen zu Begriffen geronnenen eigenständigen Konzepten umfassen. Eine manchmal auch auf Abwege führende, für viele Leser*innen allzu verspielte Komplexität seines Denkens stellt sich nicht nur einer einfachen Einführung entgegen, sondern lässt, wie Lacans eigene Geschichte mit der IPA zeigt,3 Ängste und damit verbundene Gegenaktionen entstehen. Unter Berücksichtigung von Grenzen seiner Benutzung werden im Folgenden verschiedene Linien möglicher Annäherung an Lacans Vokabular in der Lehre nachgezeichnet. Anhand eines konkreten Beispiels wird abschließend argumentiert, dass der von Lacans Analysant und Schüler Jean Laplanche starkgemachte Begriff des Rätsels, das es zu übersetzen gilt, aus mancher Schwierigkeit des Lacan-Lehrens herausführt.

Bilder

Unter Absehung von rein klinischen Einführungen, die nicht Thema dieser Arbeit sind,4 steht für die meisten am Anfang einer Beschäftigung mit Lacan das Erlernen einer aus vielen hundert Worten bestehenden neuen Sprache.5 In den ersten Stunden einer auf Lacan’sche Texte bezogenen oder diese inkludierenden Veranstaltung bilden sich in der Regel rasch verschiedene Gruppen von Zuhörer*innen: die Kenner*innen, die ihre Kenntnis der notwendigen »Grundsprache« bald und gerne bekanntgeben, neben aufmerksam Interessierten, die ihre fehlende Vokabelkenntnis bedauern und auf Aufklärung hoffen, die Zweifler*innen, die sich durch das dichte textuelle Gewebe überfordert sehen, und (manchmal, nicht immer, in Zeiten verpflichtender Lehrveranstaltungen aber häufiger) auch die Lernunwilligen, die es rigoros ablehnen, Ausdrücke einer ihnen bis dahin unbekannten Sprache zu lernen. Die Vielfalt der Motivlagen macht solche Veranstaltungen didaktisch herausfordernd: An diejenigen, die meinen, gar nichts mehr zu brauchen (und den Unterricht am liebsten selbst übernehmen würden), lassen sich schwer dieselben Worte richten wie an Lernbegierige oder Lernfrustrierte.

Als Ausweg entsteht vielerorts ein ähnliches Muster: die Bannung, die zu einer Bahnung führen soll. Die Bannung der Aufmerksamkeit lässt sich auf unterschiedlichem Weg erreichen. Bilder, Filme oder besonders aufregende Beispiele sind vielfach erprobte und auch geeignete Mittel, Wissende wie Unwissende zu überraschen.6 Auch manches Buch zur Einführung, dessen bildliche Darstellungen sich illustrativ Power-Point-gestützt nutzen lassen, setzt darauf. Comprendre Lacan7 unterstreicht bereits auf dem Cover, dass und was es alles zu verstehen gilt: Aus einer Graphik, die aus mal dichter, mal loser aufgelisteten Zeilen von weißen Nullen und Einsen auf schwarzem Grund besteht, tritt den Leser*innen eine Art Lacan-Halbportrait entgegen. Zusätzlich schmückt sich die Darstellung mit einigen formelhaften Zeichen. Dunkel, kompliziert und irgendwie mathematisch – so lässt sich der äußere Eindruck beschreiben. Doch schon beim ersten Bild im Inneren des Bändchens erfüllt sich diese Erwartung überraschenderweise nicht: Ein Lacan entfernt ähnlich sehender junger Mann steht mit geschlossenen Augen in nachdenklicher Pose auf einem Gang, der aufgrund eines seitlichen Schildes mit der Aufschrift Pavillon A leicht als Außenbereich einer psychiatrischen Einrichtung zu erkennen ist.8 Der zugehörige, mehr als drei Seiten lange Text skizziert grob Lacans Tours de force durch verschiedene psychoanalytische Institutionen. Keine Angst – so kompliziert ist es nicht, scheint dieser Abschnitt zu sagen.

Castanet, Rouvière, Comprendre Lacan, S. 52

Leader, Groves, Introducing Lacan, S. 23

Bilder im Inneren der graphischen Einführung lenken den Blick auf thematische Bezüge: Lacans lange Zeit ungeprüft weitergegebener Slogan seiner Rückkehr zu Freud taucht als ein tafellöschender Lacan (Abb. 1) auf, der mit dem Schwamm an der Tafel Freuds Gesicht freilegt.9 In einer anderen graphischen Einführung wird aus Lacans emphatischer Bezugnahme auf Freud das Bild einer erfundenen Begegnung: Freud und Lacan auf einer Couch (Abb. 2) im Gespräch über Autoerotismus und Narzissmus mit Virginia bzw. eine Zigarre in der Hand.10 Beide Bilder würde ich nicht zuletzt wegen der vermittelten, bei näherer Überprüfung falschen Behauptung über Lacans besonderes Näheverhältnis zu Freud nicht einsetzen. Wenn ich müsste, würde ich das linke wählen. Denn es lässt mit seinen ins Unmögliche reichenden Anteilen einen Raum zum weiter Assoziieren offen, den es für das, worauf es in meinem Unterricht ankommt, jedenfalls braucht.

Castanet, Rouvière, Comprendre Lacan, S. 41

Ibid., S. 45

Surrealistisch anmutende Zeichnungen finden ihren Weg hingegen leichter in eine meiner Power-Point-Präsentationen: ein Labyrinth an einer Decke, aus welcher, schemenhaft verschwindend, drei Figuren nach unten hängen, während ihre Köpfe in dieser Decke verborgen bleiben (Abb. 3), oder eine martialisch in einem skizzierten gotischen Hallenbau positionierte, gesichtslose Gestalt, deren Oberfläche wie ein Glasfenster in einem Kirchenraum gemustert ist (Abb. 4). Bei solchen Bildern im Unterricht ist die Überraschung eine andere als bei Erfindungen über Lacans Rückkehr zu Freud: Das Erstaunen ist durchzogen von einer, manchmal mit Belustigung camouflierten Ratlosigkeit.

Diese sich ausbreitende Ratlosigkeit erweist sich oft als ein geeigneter Moment, um neue Bezeichnungen einzuführen. Die von der Decke hängenden Körper bekommen einen neuen Namen. Sie werden als Signifikanten identifiziert, deren Vorgeschichte von einem Mord am Subjekt durch die Sprache bestimmt ist.11 Der gläserne Soldat verkörpert den symbolischen Vater, den toten Vater, den in der Psychose verworfenen Namen des Vaters.12 Es wäre im Unterricht zwar auch möglich, auf Lacans eigene Verbildlichungen zurückzugreifen, denn Lacan denkt ja an manchen Stellen selbst in Bildern und Skizzen.13 Doch seine Zeichnungen und Formeln sind, abgesehen vom hohen Grad ihrer Abstraktion, heute für ein breites akademisches Publikum zum Allgemeingut geworden und dadurch weniger zur Aufrechterhaltung von Aufmerksamkeit und Neugier geeignet.

Bilder können den Fantasieraum, in welchem Lacan’sche Begriffsbildungen und ihre Rezeption stattfinden, öffnen und auch zu einem ersten Verständnis hilfreich sein. Zwei rauchend und formulierend, auf einem altertümlichen Sofa nebeneinandersitzende Figuren als Freud und Lacan sind dazu aber nicht in der Lage. Sie verkörpern vor allem eine Reihe von mit der Psychoanalyse seit langem verbundenen Stereotypen (alte Männer, Rückkehr, Couch, Rauchen) und verschließen den Raum für ein weiterführendes Verständnis.

Jargon

In seinen Arbeiten zum Imaginären zeigt Lacan, dass nicht nur einzelne, sondern Bilder im Allgemeinen (anders als gesprochene Worte) ihre Betrachter*innen faszinieren können. Das haben wohl auch Leader und Groves im Blick, wo sie von einer Bedeutung des visuellen Feldes und »the specular relation which underlies the children’s captivation in the image«14 schreiben. Ihr Ausdruck »captivation« (engl. für Faszination)15 nimmt wohl den im französischen Text verwendeten Terminus »captation«16 auf. Durch ihre Formulierung tritt aber eine Ungenauigkeit auf: Im Spiegelstadiumtext wird der Ausdruck »captation« mit Bezug auf den Raum und auf die Situation, nicht aber im Hinblick auf das Bild selbst verwendet.17 Nun ist »captation« kein eigener Eintrag im Lacan-Vokabelheft. Und die Bedeutungsunterschiede zwischen »Faszination von« und »Vereinnahmung durch« Raum, Situation oder Bild mögen unwichtig erscheinen, zumal sie auch Lacan kaum beschäftigt haben. Eine Schwierigkeit für jede Lacan-Lehre wird aber an diesem Beispiel erkennbar: Es gilt ein Netz von Begriffen mit voneinander abhängenden Bedeutungen zu vermitteln. Ein loser Gebrauch von Ausdrücken lässt bei Lacan bestehende Zusammenhänge unerkennbar werden. Umgekehrt gefährden zu Stereotypen geronnene Aspekte die nötige Flexibilität seines begrifflichen Netzes.

Ratlosigkeit angesichts von surreal anmutenden Illustrationen zu ungewohnten, wenig bekannten oder neu erfundenen Worten ist für Hörer*innen nicht leicht zu ertragen. Sie befördert den Wunsch, zu wissen, worum es geht. Allerdings sind heutige Hörsäle in der Regel nicht von Prozessen der Wunschentstehung bestimmt. In ihnen überwiegt, unterstützt von Evaluierungswerkzeugen und anderen Maßnahmen zur überprüfbaren Qualitätssicherung, ein oft harter Ton, der eine sofortige Befriedigung eines Bedürfnisses bzw. Anspruchs zu wissen in Gestalt einer dazu hinreichenden Antwort fordert. Die oben beschriebene Bannung der Aufmerksamkeit, die neben einem Ausgleich unterschiedlicher Niveaus der Vertrautheit mit Lacan’schen Texten vor allem der Provokation einer Ratlosigkeit dient, droht unter diesen Bedingungen rasch an die Grenzen ihres Zwecks zu geraten. Viele Lernende fordern eine möglichst eindeutige Zuordnung eines Ausdrucks zu einem oder mehreren anderen Worten – wie in einem zweispaltigen Vokabelheft, das ein Abfragen des jeweiligen Ausdrucks auch durch Nicht-Eingeweihte möglich macht. Was heißt bei Lacan »imaginär«? Was kann ich mir genau unter dem Lacans’chen »Moterialismus« vorstellen? Wofür steht das Wort »Code« bei Lacan?

Sprechen ist eine Praxis, die kaum etwas mit der Aneinanderreihung von Einzelausdrücken zu tun hat. Das nehmen einzelne Sammlungen Lacan’scher Redeweisen auf, die keinerlei Übersetzungen enthalten.18 Sie lassen die Ratlosen ratlos zurück und können sich dabei auf Lacan berufen: Der Sinn eines einzelnen Satzes lässt eine Verallgemeinerung nicht zu, da er einzigartig ist.19 Mein Versuch, den Wünschen von Hörer*innen entgegen zu kommen, ohne sie in der Erfüllung eines Anspruchs zu ersticken, liegt in einer Orientierung am Gebrauch, die sich in meinem Unterricht in der Darstellung von Lacans diachronem Verständnis seiner eigenen Wort- und Begriffsschöpfungen widerspiegelt. Auf Kosten des unmittelbaren Lustgewinns von Hörer*innen an einer neugewonnenen Fähigkeit, bisher unbekannte Ausdrücke zu verwenden, unterstreiche ich für ein diachrones Vorgehen gerne, dass Lacan selbst auf die historische Gebundenheit eines jeden Sprachgebrauchs hinweist – mit dem Bild von den zwei Strömen20 und mit dem Gedanken des Gleitens von Signifikaten unter Signifikanten.21

Die Hoffnung, so den fixierenden Fängen des Imaginären und damit einem Hang zur Stereotypen- und vor allem Jargonbildung zu entkommen, erfüllt sich freilich nicht. Auch wenn einer atomistischen Sprachauffassung mit einer Auflistung von Phrasen oder ganzen Sätzen oder mittels Paraphrasen eines diachronen Gebrauchs von Konzepten eine Absage erteilt ist, setzt sich der Wunsch nach einem vor allem stabilen und fixen lacanianischen Boden in anderer Weise durch: Die Faszination durch ein Wort und seine Bedeutung wird ersetzt von einer Faszination durch ganze Sätze. Diese Sätze können aus Lacans eigenem Fundus stammen oder aus dem Mund von Interpret*innen. Indem sie gelernt, wiederholt und angewendet werden, dienen sie dem Aufbau eines Kommunikationssystems, das sich vor allem auf einen gemeinsamen Code stützt.

Der Code bildet das Fleisch des Jargons. Bei Lacan selbst finden sich vor allem in den fünfziger Jahren einige Bemerkungen zum Code: Die Sprache (le langage) fällt nicht mit dem Code zusammen.22 Der Code gilt Lacan stellenweise als eine Schwundstufe der Sprache: Oft werde die Sprache durch die Verwendung von Beispielen auf Codes reduziert. Mit Codes lassen sich Mehrdeutigkeiten vermeiden. Zeichen, die zum Code gehören, sind miteinander nicht zu verwechseln. Die Sprache reicht über den Code hinaus, da sie mehr ist als ein »Signalisierungssystem«, wie es im Tierreich etwa bei Bienen vorkommt.23

In einer Seminarsitzung, in der er den Aufbau des Graphen des Begehrens erläutert, verortet Lacan den Code 1957 im Anderen A als einem frühen »Sprachbegleiter«.24 Für Dylan Evans zeigt sich darin eine Inkonsequenz in Lacans Verwendung des Ausdrucks, denn der Code gerate mit dieser Beschreibung zu einem Signifikanten.25 Dieser Lesart widersetzt sich Lacan im Kontext dieses Gedankens, indem er sich bemüht, Code und Signifikant klar voneinander abzugrenzen. Er insistiert, dass er hier den Anderen A nicht als die Sprachgemeinschaft, nicht als ein »Kollektivbewusstsein« fasst, sondern als einen einzelnen,26 der unter Umständen »zu sich selbst seine Sprache sprechen kann«.27 Sprache, so lässt sich daraus für Leser*innen schlussfolgern, kann aus Code oder aus Signifikanten bestehen. Der Code markiert im Graph des Begehrens eine Stelle, an welcher »das Wenigste an Sinnschöpfungen« und »der berühmte leere Diskurs« hervortreten.28 Ein sich auf einen Code aufbauender Jargon läuft Gefahr, in dieses »leere[ ] Sprechen«29 zu münden. Im Jargon wird versucht am Code festzuhalten, auch über die erste Phase einer Aneignung von Bedeutungen hinaus. Signifikanten als schöpferische Träger des Sinns hingegen funktionieren in Botschaften, in dem, was für Lacan zu dieser Zeit ein »volles Sprechen« in psychoanalytisch relevanter Weise charakterisiert.

Diese Andeutungen, die einige grobe Unterscheidungen zwischen verschiedenen Aspekten der Sprache und des Sprechens enthalten, sollen nicht den Eindruck erwecken, Lacans Ansagen ließen sich bruchlos zu einem Ganzen zusammenfügen. Eine klare Grenzlinie zwischen Code und Botschaft ist sprachpragmatisch kaum zu ziehen. Den von Lacan beschriebenen einsamen Anderen als Ort des Codes gibt es nur als ausgedachten, als Teil einer realitätsfernen Theorie, in welcher eine Sprache imaginiert wird, die eine*r allein spricht und die daher nicht nur ihrer Möglichkeit, eine Botschaft zu vermitteln, sondern auch ihrer kommunikativen Notwendigkeit beraubt ist. Kurzum: Es fehlt an dieser wie an anderen Stellen nicht an Anknüpfungspunkten für eine Kritik und für eine Vielzahl daran ansetzender produktiver Diskussionen von Lacans Signifikantentheorie.30

Hier wäre im Übrigen zu fragen, ob eine grobe Unterscheidung zwischen Sprache und Code für ein erstes Verständnis Lacan’scher Thesen nicht ausreichend ist. Worin besteht das Problem, wenn die theoretischen Inhalte eines Lacan’schen Psychoanalyseverständnisses, auch wenn sie heterogen, teilweise widersprüchlich und damit gar nicht leicht als Code zu vermitteln sind, in Gestalt eines Codes erlernt werden? Um mit Konzepten zu arbeiten, müssen sie ja klar sein und sich zu einer möglichst missverständnisarmen Form der Kommunikation eignen. Sprache und das Sprechen mit ihrer von Lacan auch beschworenen Vieldeutigkeit sind vor allem überfordernd. Botschaften, die schöpferisch neuen Sinn in alte Schläuche (eines gewohnten Wortgebrauchs) füllen, sind doch im Unterricht nicht unbedingt hilfreich. Und wenn etwas als Code gelernt wird, muss daraus nicht unbedingt ein Jargon werden.

Rätsel

Nicht nur Lernende, sondern auch ich selbst fühle mich bisweilen sicherer in einer Wolke bekannter Ausdrücke, deren möglichst feste Verknüpfung mit einzelnen Signifikaten oder mit ganzen Sätzen mir ermöglicht, unbekannte Phänomene der Ratlosigkeit zu entreißen. Damit drohen wir uns freilich in eine Sackgasse zu manövrieren, in der wir uns zwar (zumindest kurzfristig) vor einer epistemischen Verzweiflung sicher fühlen können, in der den Möglichkeiten eines weiterführenden Diskurses sowohl Lacan-immanent wie mit Kolleg*innen anderer psychoanalytischer Richtungen jedoch enge Grenzen gesetzt sind. Denn der Jargon lässt aus einem begrifflichen Netz ein starres Gitter werden, weil er sich einer unvermeidlichen Verunsicherung durch die Praxis des Sprechens erfolgreich entzieht. Der Jargon scheut die Mühen permanenten Übersetzens. Psychoanalytisches Forschen aber kommt ohne Übersetzung nicht aus – Übersetzung von einer Disziplin in die andere, Übersetzung von einem psychoanalytischen Code in den anderen und vor allem Übersetzung von Erlebtem, von Körperlichem in Sprache.

Als ein Beispiel für eine Sackgasse des Jargons lässt sich der Umgang in einigen, von Lacan inspirierten Diskursen mit veränderten soziokulturellen Vorgaben anführen. Ex- und implizite Voraussetzungen gestalten die Argumente rund um aktuelle Formen, das Geschlecht betreffend, nachhaltig mit: In einem in mancher Lacan-Rezeption vorherrschenden, vor allem von Immanuel Kant geprägten metaphysischen Rahmen kann ein kultureller Wandel, wie ihn das populäre Verständnis von Geschlechtern in den letzten hundertfünfzig Jahren erfahren hat, kaum eigenes Gewicht in einer Argumentation erlangen. Dort braucht es auch nicht zu erstaunen, dass Lacan zu einem wenig maskierten Antipoden Foucaults gerät, weil er kein Historizist sei.31

Lacans Fähigkeit, philosophische Motive in psychoanalytischen Kontexten aufzuspüren und umgekehrt Philosopheme in sein Verständnis von Psychoanalyse produktiv zu importieren, hat offensichtlich etwas Verführerisches. Sie hat zur anhaltend breiten Rezeption von Psychoanalyse in den Kulturwissenschaften viel beigetragen. Doch wo Lacans Text hauptsächlich dazu benutzt wird, etwas auf den Begriff zu bringen und es damit auf die Seite philosophischer Systemarbeit zu rücken,32 gerät die psychoanalytische Perspektive, die auch für Lacan selbst im Zentrum seiner Lehre gestanden ist, aus dem Blick. Sogar unter eingeweihten Lacan-Expert*innen kann sich angesichts von solchen Diskussionen ein Sog bilden, in welchem sie sich an entscheidenden Stellen einer Argumentation auf Jargon verlegen.33

Jean Laplanche, Schüler und Mitstreiter Lacans, in Sachen psychoanalytischer Geschlechterforschung aktuell dessen wirkmächtiger Opponent,34 hat einen Begriff ins Zentrum seiner Überlegungen gerückt, der als Widersacher einer Jargonbildung fungieren kann: das Rätsel. In dem, was Laplanche »anthropologische Grundsituation«35 nennt, ist jede*r früh mit »rätselhaften Botschaften«36 sexueller Natur aus dem Unbewussten der pflegenden und versorgenden Erwachsenen konfrontiert gewesen und wird damit (ein Leben lang) weiter beschäftigt sein. Deren Enträtselung, die mit einer Übersetzung einhergeht, kann allerdings nur teilweise gelingen. Was rätselhaft bleibt, bildet die Matrix von verschiedenen Fraktionen des Unbewussten.37

Es fällt die zentrale Funktion auf, die das Rätsel theorieimmanent bei Laplanche zugewiesen bekommt. Auf einer explizit antihermeneutischen Haltung aufgerichtet,38 entsteht mit dem Rätsel aufgrund seiner Unauflösbarkeit ein Zustand permanenten Gleitens möglicher Lösungen. Nicht nur an dieser für psychoanalytische Forschungen äußerst produktiven Stelle fällt die Nähe zu Lacan’schen Konzepten auf. Lacan selbst hat vom Rätsel gesprochen: Schematisch hat er es zwischen Aussage und Ausgesagtem angesiedelt.39 Im »rätselhaften Signifikanten des sexuellen Traumas«40 verortet er den Ausgangspunkt symptomatischer Bildungen. Und explizit als Ideengeber für Laplanches Engführung des Rätsels mit dem Unbewussten erkennbar wird Lacan dort, wo dieser sich fragt, ob der »größte Teil [des Unbewussten] nicht unberührt in der Einkapselung des Rätsels verbleibt«,41 wenn Analyse vor allem eine Kontinuität zwischen aktuellen Bildungen der Übertragung und vergangener Lebensgeschichte der Analysant*innen sucht. Das Rätsel reicht übrigens auch in das Thema des vorliegenden Textes hinein: 1957 hat Lacan einen Vortrag über Die Psychoanalyse und ihre Lehre gehalten, in welchem er unter anderem von einem Subjekt schreibt, das »sein Geschlecht und seine Existenz im Rätsel entwirft«.42

Laplanche hat sich viel von Lacan lehren lassen. Warum dann Zuflucht nehmen zu seinen Überlegungen, wenn wir schon bei Lacan selbst für den Begriff des Rätsels fündig werden? Was das Geschlecht betrifft, so entfaltet Lacan bekanntlich in den 1970er Jahren Matheme, die er zwei Geschlechtern zuweist und die es zwar möglich,43 aber nicht leicht machen, gegenwärtige Bewegungen der Vervielfältigung von geschlechtlichen Positionen theoretisch zu fassen. (Geschlechter)Differenz oder (Geschlechter)Differenzen, lautet eine aktuelle Gretchenfrage im Diskurs um zeitgenössische Formen des Geschlechts. Statt Analysant*innen zuzuhören, wie Freud es praktiziert hat, werden dazu – bisweilen aus einem Jenseits der Klinik44 – Vorschläge gemacht, weshalb eine queere Vielfalt an Geschlechtern nicht auf die Seite möglicher Normalentwicklungen rücken dürfe. Auch wenn diese Abwehrhaltung mit Lacans eigenen Ansätzen nicht so viel zu tun hat, sich längst andere, an Lacans Konzepten orientierte Argumentationen Gehör zu verschaffen wissen,45 ist der Zugang über Laplanches rätselhafte Botschaften inzwischen im Geschlechterdiskurs selbstverständlicher geworden, nicht zuletzt, weil Laplanche die Verbindungen zwischen unbewusster fantasmatischer Anatomie und den Erfahrungen von Geschlecht klinisch fassbarer gemacht hat.46

Vermutlich spielt ein Moment in dieser Rezeptionssituation eine Rolle, das auch mich motiviert, Laplanche vermehrt in den Unterricht Lacan’scher Ansätze einzubeziehen: Auf Ratlosigkeit lässt sich mit einem Rätsel antworten, ohne dass die Ratlosigkeit damit gänzlich zum Verschwinden gebracht wird. Die Betonung der Rätselhaftigkeit vieler Phänomene in der Klinik wie in der Kultur samt manchem Zweifel angesichts von mancher Unübersetzbarkeit kann als ein alternativer Weg gelten, sich mit dem Unmöglichen jeder psychoanalytischen Lehre einzulassen. Rätsel und ihre Verbindung zur Übersetzung haben es an sich, aus den Sackgassen des Jargons herauszuführen oder eine*n gar nicht erst in diese hineingeraten zu lassen.

Anmerkungen

1

Sigmund Freud, Die Frage der Laienanalyse. Unterredungen mit einem Unparteiischen (1926), in ders., Gesammelte Werke [GW], London 1940–52, Imago, XIV: 209–286: 222.

2

Im gemeinsamen Unterricht des Wiener Arbeitskreises für Psychoanalyse und der Wiener psychoanalytischen Vereinigung wurde den Lehrenden zum Beispiel im Jahr 2023 auf Betreiben letzterer untersagt, den Kandidat*innen aus beiden Vereinen Lacan’sche Beiträge zur Psychoanalyse näherzubringen.

3

Vgl. Nicolas Langlitz, Die Zeit der Psychoanalyse. Lacan und das Problem der Sitzungsdauer, Frankfurt a./M. 2005, Suhrkamp.

4

Um dem Vorurteil entgegenzutreten, Lacan sei klinisch nicht oder schwer zugänglich, seien hier beispielhaft drei empfehlenswerte Publikationen erwähnt: Thomas Svolos, The Aims of Analysis:. Miami Seminar on the Late Lacan, New York 2020, Midden Press; Bruce Fink, Fundamentals of Psychoanalytic Technique: A Lacanian Approach for Practitioners, New York 2011, Norton; Christian Kläui, Psychoanalytisches Arbeiten – Für eine Theorie der Praxis, Bern 2008, Huber.

5

Lacan hat allein 789 Neologismen geprägt (vgl. Marcel Bénabou, Laurent Cornaz, Dominique de Liège, Yan Pélissier, 789 Néologismes de Jacques Lacan, Paris 2002, Epel). Damit sind nicht seine bekannteren Konzepte wie das Symbolische, das Reale, das Imaginäre, die Signifikanten, das Genießen, Begehren, Objekt a etc. gemeint, sondern Ausdrücke, mit denen er spielerisch und doch ernst über viele Jahre versucht, bisher unbenannte Facetten des Psychischen anzusprechen.

6

Vgl. Dominik Finkelde, Das Objekt, das zu viel wusste. Eine Einführung in die Philosophie nach Lacan, Wien 2022, Turia + Kant.

7

Hervé Castanet (Text), Yves Rouvière (Illustrationen), Comprendre Lacan. Essai graphique, Paris 2013, Max Milo.

8

Ebd., 8.

9

Ebd., 52.

10

Darian Leader (Text), Judy Groves (Illustrationen), Introducing Lacan. A Graphic Guide, London 2010, Icon Books, 23.

11

Vgl. Castanet, Rouvière, Comprendre, 39.

12

Vgl. ebd., 44.

13

Die beiden genannten Zusammenhänge sind bildlich illustriert zu finden in Jacques Lacan, Les psychoses. Le séminaire III (1955–1956), Paris 1981, Seuil, 296, und ders., D’une question préliminaire à tout traitement possible de la psychose, in ders., Écrits, Paris 1966, Seuil, 531–583: 571.

14

Leader, Groves, Introducing, 22.

15

Ebd.: »Lacan calls the register in which identification takes place ›the imaginary‹, emphasizing the importance of the visual field and the specular relation, which underlies the child’s captivation in the image.«

16

Lacan, Le stade du miroir comme formateur de la fonction du Je, in ders., Écrits, 93–100: 96, und 99.

17

In der früheren deutschen Übersetzung steht »Befangenheit« (Lacan, Das Spiegelstadium als Bildner der Ichfunktion, übers. v. Peter Stehlin, in ders., Schriften I, hg. v. Norbert Haas, Olten 1973, Walter, 61–70: 66 und 70), was einer intuitiven und auch sinnstörenden Umformulierung des zu übersetzenden Texts entspricht. Hans-Dieter Gondek, der Übersetzer einer Neuauflage, verbessert auf »Vereinnahmung« (Lacan, Das Spiegelstadium als Gestalter der Funktion des Ich, in ders., Schriften. Vollständiger Text, hg. v. Hans-Dieter Gondek, 2 Bde, Wien 2016, Turia + Kant, I: 109–117: 113, 117).

18

Siehe als Beispiele Benabou et al., Néologismes, oder Henry Krutzen, Jacques Lacan 1952–1980. Index référentiel, Paris 2009, Economica.

19

Vgl. Jacques Lacan, Le moi dans la théorie de Freud et dans la technique de la psychanalyse. Le séminaire II (1954–1955), Paris 1978, Seuil, 322.

20

Lacan, Psychoses, 296.

21

Lacan, L’instance de la lettre dans l’inconscient ou la raison depuis Freud, in ders., Écrits, 493–528: 502.

22

Vgl. auch für das Folgende Lacan, Le moi, 322.

23

Lacan, Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache in der Psychoanalyse, in ders., Schriften, Turia + Kant, I: 278–381: 351.

24

Lacan, Die Bildungen des Unbewussten. Seminar V (1957–1958),Wien 2006, Turia + Kant, 18, 174, 462.

25

Dylan Evans, An Introductory Dictionary of Lacanian Psychoanalysis, London 1996, Routledge, 68.

26

Lacan modifiziert sein Verständnis des Anderen A bekanntlich nach seinem Seminar V. Vgl. Rolf Nemitz, Signifikant eines Mangels im Anderen, S(Ⱥ): das Fehlen eines Signifikanten, der die Wahrheit garantiert, online https://lacan-entziffern.de/anderer/22236 [letzter Aufruf am 10.4.2024].

27

Lacan, Bildungen, 190.

28

Ebd., 18.

29

Lacan, Funktion und Feld des Sprechens und der Sprache, 291ff.

30

Vgl. etwa Patrick Juignet, Lacan, le symbolique et le signifiant, in: Cliniques méditerranéennes, 68:2 (2003), 131–144.

31

Vgl. Joan Copjec, Read My Desire: Lacan Against the Historicists, Cambridge, MA 1994, MIT PressF.

32

Auch wenn Lacans Anleihen in der Philosophie heterogen sind, sind sie selbstverständlich diskutierbar. Vgl. als weiterführende, weil nicht jargonproduzierende Beispiele: Andreas Cremonini, Die Durchquerung des Cogito. Lacan contra Sartre, München 2003, Fink, oder Lorenzo Di Chiesa, Subjectivity and Otherness: A Philosophical Reading of Lacan, Cambridge, MA 2007, MIT Press; weniger überzeugend: Finkelde, Objekt, der der Versuchung, mithilfe eines Gebrauchs einzelner Lacan’scher Termini komplexe philosophische Fragen beantworten zu können, oft nicht widersteht und dabei im Bereich dessen, was er selbst »epistemische Verschmierung« (ebd., 9) nennt, eher zur Jargonbildung beiträgt.

33

Dabei entstehen bisweilen skurrile Kombinationen verschiedener Argumentationsebenen, wenn etwa Susanne Lüdemann gegen die Forderung einer Ehe für alle anführt, dass sie den »Mangel an Sein«, der das Geschlechterverhältnis kennzeichne, nicht genug berücksichtige. Vgl. Susanne Lüdemann, Zur Normativität des Nicht-Normativen. Ein Kommentar zur »Ehe für alle«, in dies., Edith Seifert (Hg.), Jenseits von Ödipus? Psychoanalytische Sondierungen sexualpolitischer Umbrüche, Gießen 2023, Psychosozial-Verlag, 233–243: 243.

34

Vgl. dazu Avgi Saketopoulou, Structured Like Culture: Laplanche on the Translation of Parental Enigma, in Division Review, 17 (2017), 51–52.

35

Jean Laplanche, Inzest und infantile Sexualität, in Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse, 63:6 (2009), 525–539: 530.

36

Ebd., 531.

37

Vgl. Jean Laplanche, Die rätselhaften Botschaften des Anderen und ihre Konsequenzen für den Begriff des »Unbewussten« im Rahmen der allgemeinen Verführungstheorie, in Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse, 58:9–10 (2004), 898–913.

38

Jean Laplanche, Die Psychoanalyse als Anti-Hermeneutik, in Psyche. Zeitschrift für Psychoanalyse, 52:7 (1998), 605–618.

39

Vgl. Jacques Lacan, Das Sinthom. Seminar XXIII (1975–1976), Wien 2017, Turia + Kant, 171.

40

Lacan, Das Drängen des Buchstabens im Unbewussten oder die Vernunft seit Freud, in ders., Schriften, Turia + Kant, I: 582–626: 613.

41

Lacan, Die Lenkung der Kur und die Prinzipien ihrer Macht, in ders. Schriften,II: 72–145: 104.

42

Lacan, Die Psychoanalyse und ihre Lehre, in ders., Schriften, I: 514–540: 530.

43

Ulrike Kadi, Transsexualität nach Jacques Lacan. Singularität als Möglichkeit im Ausgang von einer Unmöglichkeit, in Metodo. International Studies in Phenomenology and Philosophy, 7:1 (2019), 141–169 [https://doi.org/10.19079/metodo.7.1.141].

44

Vgl. Alenka Zupančič, What is Sex?, Cambridge, MA 2017, MIT Press.

45

Vgl. als Beispiele Patricia Gherovici, Please Select Your Gender:. From the Invention of Hysteria to the Democratizing of Transgenderism, London 2010, Routledge; Oren Goslan, Transsexuality and the Art of Transitioning. A Lacanian Approach, London 2015, Routledge; oder Fabrice Bourlez, Queer psychanalyse. Clinique mineure et déconstructions du genre, Paris 2018, Hermann.

46

Vgl. Ulrike Kadi, Das Sexuale. Übersetzungsfragen, erscheint in Beate Blank-Knaut, Ada Borkenhagen, Bernd Heimerl, Eckehard Pioch, Iris Lauenburg, Susen Werner (Hg.), Jenseits der Binarität? Der Genderdiskurs als Herausforderung für die Psychoanalyse, Gießen, Psychosozial-Verlag.