Etwas nimmt seinen Anfang, weil es um sein Ende (nicht) weiß

Freud und der Flirt

Autor/innen

  • Johannes Ungelenk

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2019.90.283

Schlagworte:

Zeit, das (Un)Zeitgemäße, Nietzsche, (Ver)Stand

Abstract

Ist der Flirt dem Krieg und dem Tod zeitgemäß? Zumindest als Marginalie, als brüsk negierter Vergleichspunkt, findet er den Weg in Freuds Zeitgemäßes über Krieg und Tod. Sie führt im Modus der Negation ein Zeitkonzept in Freuds Text ein, das dem Stand, den Freud psychoanalytisch im Text gegen die Erschütterungen des Krieges findet, den Boden zuentziehen droht. Das Zeitgemäße der psychologischen Wahrheit – die Freud im A-temporalen des Unbewussten vor jeglichem Zeiteinfluss schirmt – findet im Flirt sein Unzeitgemäßes. Über das vehemente Verwerfen des Flirts flüstert Freuds stiller Dialog mit Nietzsches Unzeitgemäßen Betrachtungen, der sich im Titel ankündigt, vielleicht am lautesten.

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Veröffentlicht

19.02.2019