Michel Foucault: Les aveux de la chair: Histoire de la sexualité IV, Paris 2018: Édition Gallimard
DOI:
https://doi.org/10.21248/riss.2019.90.297Schlagworte:
Michel Foucault, Sexualität, RezensionAbstract
Wie in anderen Büchern Foucaults geht es auch in diesem vierten, aus dem Nachlass veröffentlichten Band der Geschichte der Sexualität weniger darum, Quellen zu interpretieren, vielmehr kommen die in den Diskursen enthaltenen Problemstellungen zu Wort. In den Geständnissen des Fleisches folgt man einer doppelten Stimmführung, mit der sich die Texte der Kirchenväter – von Clemens von Alexandrien bis zu Augustinus von Hippo – im Resonanzraum von Foucaults Kommentaren entfalten. Dies geschieht ohne den Gestus der Denunziation. Es gibt allenfalls eine verhaltene Komik in der Beschreibung von sexuellen Verhaltensregeln oder theologischen Spitzfindigkeiten, wodurch eine Fernnähe des Gegenstands erzeugt wird und gegenwärtige Geschlechterverhältnisse in einen Bereich geschichtlicher Unkenntlichkeit verrückt werden.
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