Psyche. Migration Islam Psychoanalyse, 2007, 61. Jg., Heft 11

Wiedergelesen von Jonas Diekhans

Autor/innen

  • Jonas Diekhans

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2020.93.440

Abstract

Das Erscheinungsjahr der Psyche liegt vor dem antimuslimisch rassistischen Attentat von Hanau diesen Jahres, vor dem rassistischen Anschlag in München 2016 und vor dem massiven Anstieg der Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte seit den 2010er-Jahren. Es liegt auch vor den islamistischen Anschlägen in Berlin, Ansbach und Würzburg 2016 und vor den islamistisch antisemitischen Anschlägen in Paris 2015. Der Bürgerkrieg in Syrien sollte vier Jahre später ausbrechen, mit dem folgenden Erstarken des IS und der Migration von syrischen Geflüchteten nach Europa 2015. Der Rechtspopulismus der AfD und die PEGIDA-Bewegung waren 2007 noch kein Begriff. Die Ausgabe der Psyche lässt sich ohne diesen Hintergrund nicht mehr lesen. Aus heutiger Sicht vielleicht unbedarft erzeugt sie Dualismen von Islam und westlicher Welt. Wollte man auf der Ebene der Re-Präsentation des Islam im Westen bleiben, der Sphäre, in welcher sich eine Kritik des Orientalismus meist erschöpft, wird man im Heft finden, was man sucht. Ebenso wenn man auf eine Sozialpsychologie der Unterschiede aus ist, die vermeintlich ideologiekritisch, jene Nähe verleugnet, die sich schon aus der universellen Anforderung, ein sexuelles Wesen zu sein, ergibt. Bei genauem Lesen wird jedoch deutlich, wie die Psychoanalyse beiden Ansätzen entgeht, und zwar durch die Vielfalt ihrer Methode…

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Veröffentlicht

04.12.2020