Szenen des Sexuellen: Editorial
DOI:
https://doi.org/10.21248/riss.2020.96.525Schlagworte:
Film, Sexualität, PsychoanalyseAbstract
Diese Ausgabe richtet sich auf Spielfilme als Erkenntnisinstrumente und -generatoren. In Differenz zu mancherlei psychoanalytischen Betrachtungen von Filmen, in denen diese zum thematischen Zuspieler für ohnehin etablierte psychoanalytische Theorien und Diskurse geraten, soll der Film hier als empirisches Material, als (Forschungs-)Dokument bzw. als ästhetischer Gegenstand oder Akteur thematisch werden. Als solcher kann Film neue Sichtweisen und Erkenntnisse über gesellschaftliche Realitäten bieten und diese inszenieren und präsentieren. Speziell fragt dieses Heft nach dem Vermögen filmischer Produktionen, Sexuelles zu analysieren. Können Filme wie Analytiker*innen wirken? Ist ihnen ein analytisches Potenzial inhärent und wie ließe sich ein solches erfassen? Denn es kann hier kaum um Forschung im gewohnten wissenschaftlichen Verständnis und auch nicht um eine »psychoanalytische Kur« gehen. Es scheinen vielmehr nicht bewusst-intentionale und durchaus implizite analytische Momente eine Rolle zu spielen – eine Charakteristik, die vielleicht sogar Bedingung ihrer Verbreitung ist. Wie also arbeiten Filme zum Sexuellen und was können genauer Kristallisationspunkte hierfür sein?
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