Kino und Psychoanalyse (1950)

In: montage AV – Zeitschrift für Theorie und Geschichte audiovisueller Kommunikation, Jg. 13 (2004), Nr. 1, S. 133 – 143

Autor/innen

  • Cesare Musatti
  • Vinzenz Hediger

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2022.96.546

Schlagworte:

Film, Traum, Alltag, Analysand

Abstract

Musatti zeigt im hier gewählten Textausschnitt wie Traum und Film miteinander verwoben sein können. Der Traum wird erst zum Traum, wenn er aufhört. Dann braucht er neue Darstellungsmittel. Nur Kinder betten das, was aus Sicht der Erwachsenen Fantasie oder Traum ist, in die Alltagsrealität bruchlos ein. Die Realitäten des Films und des Traums sind verwandt, da sie beide den Anschein erwecken können, sie hätten eine eigene Realität, die nicht unmittelbar an den Alltag angeschlossen ist. Musatti begleitet seine Überlegungen mit Träumen, die er in seiner Praxis hört, die sowohl die Analysanden wie Musatti mit Filmen in Verbindung bringen. Filmreste der Kinobesuche werden als Tagesreste Material zur Darstellung dessen, was unbewusst am Werk ist. Die Traumerzählungen der Analysanden berühren die Filmerinnerungen des Analytikers. Er schlussfolgert, dass unbewusste Prozesse in der Sprache des Films eine besondere Resonanz finden und diese dann wiederum unbewusste Prozesse in Gang bringen können.

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Veröffentlicht

16.02.2022