Insa Härtel (Hg.):Reibung und Reizung – Psychoanalyse, Kultur und deren Wissenschaft, Hamburg 2021, Textem Verlag

Autor/innen

  • Ulrike Kadi

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2022.96.555

Schlagworte:

Übergriff, Kulturwissenschaft, Psychoanalyse

Abstract

Übergriffigkeit hat keine gute Presse. Wem Übergriffigkeit nachgewiesen wird, der (und seltener die, denn tendenziell wird Übergriffigkeit kulturell heute noch immer eher männlich konnotiert) muss mit schiefen Blicken, mit Kritik und Ächtung, ja im schlimmsten Fall mit Verurteilung und Strafe rechnen. Wer übergriffig ist, überschreitet Grenzen – der Sitten, Gebräuche, des Geschmacks oder des Körpers anderer Personen. Die schlechte Presse erstaunt wenig. Wer könnte denn ernsthaft dafür plädieren, ungebeten in fremde Territorien einzudringen? Der von Insa Härtel herausgegebene Band Reibung und Reizung – Psychoanalyse, Kultur und deren Wissenschaft stellt sich gegen solche (scheinbare) Selbstverständlichkeit. Er ist übergriffig. Und er will auch gar nichts anderes sein, sofern es sich um Verhältnisse, um Beziehungen der Psychoanalyse zu anderen Wissensgebieten handelt (S. 10). Und nicht nur dort.

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Veröffentlicht

16.02.2022