Dossier
Eine vielstimmige Kommentierung der Mitschriften des Halle-Prozesses
DOI:
https://doi.org/10.21248/riss.2023.98.619Schlagworte:
Halle-Prozess, Antisemitismus, KommentarAbstract
Am 9. Oktober 2019 versuchte Stephan B. an Jom Kippur in die Synagoge von Halle einzudringen, um möglichst viele jüdische Menschen zu erschießen. Als ihm dies misslang, tötete er eine Passantin und einen Mann, den er für einen Muslim hielt. Auf der Flucht verletzte er zwei weitere Menschen, bevor er festgenommen wurde. Der antisemitische Anschlag in Halle war der Initialpunkt für die intensive Auseinandersetzung mit dem Antisemitismus im Kontext von RISS. Inzwischen ist der Täter Stephan B. in einem von hoher medialer Aufmerksamkeit begleiteten Prozess zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Linus Pook, Grischa Stanjek und Tuija Wigard vom »Zentrum demokratischer Widerspruch« haben den Prozess, der vom 21. Juli bis 21. Dezember 2020 dauerte, schriftlich protokollierend begleitet. Der Prozess ist außerdem akustisch aufgezeichnet worden, die Aufnahmen sollen erst in 30 Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Dank der Mitschriften und ihrer Veröffentlichung (Der Halle-Prozess. Mitschriften, hg. von Linus Pook, Grischa Stanjek und Tuija Wigard, Spector Books 2021 – in den folgenden Interventionen, verweisen die Seitenzahlen auf diese Veröffentlichung) haben wir schon jetzt die Möglichkeit, mehr von den konkreten Abläufen im Gerichtssaal zu erfahren. Fast durchgehend im Konjunktiv I der indirekten Rede gehalten, machen die Mitschriften den Eindruck, genau und wortgetreu zu sein.
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