Transmission von »Antisemitismus« im Judentum

Ad Horvilleur

Autor/innen

  • Karl-Josef Pazzini

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2023.98.641

Schlagworte:

Antisemtitsmus, Transmission, Tradition, Traumdeutung

Abstract

Der Beitrag geht psychoanalytisch inspiriert den unbewussten Dimensionen bei der Erkennbarkeit des Antisemitismus nach. Transmission als unbewusster Prozess hat keine geradewegs identifizierbaren Inhalte. Dies im Unterschied zur Tradition. Unbewusst wird das, was hellwach »Antisemitismus« genannt wird, anders codiert, umcodiert, zensiert, fragmentiert, getarnt. Einzelne Elemente erscheinen bei Gelegenheit komponiert mit anderen Elementen wieder im Handeln, Fühlen, Denken und Sprechen des je individuellen Subjekts an der Oberfläche, nicht unbedingt direkt erkennbar, weder für Sprecher oder Handelnde noch unbedingt deutlich für Beobachter. Züge des Antisemitismus lassen sich demnach ähnlich wie in einer Traumdeutung erkennen. Kompliziert wird Identifizierung und Tradierung des Antisemitismus noch dadurch, dass weder der Antisemitismus noch der Anti-Anti-Semitismus weiß, was Jude ist. Der Anti-Anti-Semitismus tut so, als wisse er, was Anti-Semitismus ist. Der Beitrag versucht in der Behauptung einer leichten Identifizierung des Antisemitismus etwas zu entdecken, was in diesem Gestus jedenfalls wenig mit Judentum zu tun hat. Dabei gibt es natürlich Antisemitismus. Die im Beitrag enthaltenen Beispiele und die separat notierten »Fragmente aus Analysen« möchten das belegen.

Downloads

Veröffentlicht

19.04.2023