Quittegelb

Kleine Funde zur Genese von Verboten

Autor/innen

  • Ulrike Kadi

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2023.99.667

Schlagworte:

Arbeitshemmung, Masturbation, Freud, Lacan

Abstract

Arbeitshemmungen gehören zum Alltag psychoanalytischen Arbeitens – Analysant*innen, die eine Klage über solch ein Symptom in die Behandlung führt, sind unter den Leidenden genauso wie Analytiker*innen, die sich eingestehen müssen, dass sie zeitweise am Schreibtisch nichts zu Papier bringen können. In Freuds später Bemerkung zur Ätiologie dieses Symptoms finden sich Spuren seiner Ablehnung bestimmter Diskurse der Organmedizin des 19. Jahrhunderts. Sein kleiner Gedankengang enthält eine Hinwendung zum Körper als einer Substanz des Genießens, die Jacques Lacan in seinem Spätwerk als eine körperlich anmutende Eigenlogik beschrieben hat. Freud scheint dabei das Liebesobjekt ganz aus den Augen zu verlieren. Lacan hilft, es im freudschen Text wieder zu finden. Zudem enthält der Text eine Botschaft an alle arbeitsgehemmten Analytiker*innen wie Analysant*innen: Es ist nicht die Kastrationsangst des 19. Jahrhunderts, die uns vor allem zu schaffen macht.

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Veröffentlicht

27.09.2023

Ausgabe

Rubrik

Artikel