Die Extase der privaten Deprivation

Onanie und Pornographie im Lichte epistemologischer und heuristischer Fundamentalstrukturen

Autor/innen

  • QRT

Schlagworte:

Masturbation, Pornografie, Junggesellenmaschine, Reales, Symbolisches, Imaginäres, Tausch, Kapitalismus

Abstract

Im 1999 erschienenen Text wird Onanie zunächst als Übergangs- oder Notfallsexualität beschrieben, als Ventil für libidinösen Überdruck und Verdrängtes. Sie ist aber auch die Verdrängung des Verdrängten, der Sexualität, eine doppelte Negation, die die Wahrheit des Sexuellen ausspricht. Der Akt der Selbstbefriedigung schafft eine Selbstbeziehung, die für die Entwicklung des bürgerlichen Bewusstseins notwendig ist: Sexualität ist das Eindringen des Symbolischen in das Imaginäre. Erinnert wird daran, dass die Kirche Masturbation als Bedrohung des Seelenheils verurteilt, was zu Scham- und Schuldgefühlen geführt habe. Während Masturbation ein privater Akt ist, der in der Intimität des eigenen Raums stattfindet, wird Pornografie für den öffentlichen Konsum geschaffen, ist Inbegriff der Geschenkökonomie in kapitalistischen Gesellschaften und hat eine heilige Aura bewahrt, die auf antike Tempelprostitution zurückgeht. Im Spätkapitalismus wird das Prinzip der Pornografie auf die gesamte Wirtschaft angewandt. QRT behauptet, dass die elektronische Revolution die Verbindung zwischen Pornografie und Masturbation automatisiert hat, was zur Entsublimierung der Masturbation führt. Masturbation als Selbstinduktion sexueller Erregung ist für ihn ein notwendiger Schritt in der Entwicklung des Selbstbewusstseins. Dabei zerstöre Pornografie die menschliche Vorstellungskraft. Nebenbei enthält der Text gewitzte Verbindungen der Onanie zu den Theorien von Kant, Hegel, Marx, Schopenhauer und Nietzsche.

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Veröffentlicht

27.09.2023

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