Die Schicksale der Masturbation
Schlagworte:
Masturbation, Autoerotismus, phallisches Genießen, Phantasma, LacanAbstract
Silvia Lippi zeichnet in ihrem Beitrag die Entwicklungswege des Subjekts vom Autoerotismus über die Masturbation zur sexuellen Begegnung zweier Subjekte nach. Die klassische Terminologie Lacans übernehmend, bestimmt sie den Autoerotismus als Rettung des Subjekts vor dem vernichtenden Genießen des Anderen, als erste Form des Fetischismus, als Genießen ohne Begehren sowie als Simulacrum des Namen-des-Vaters. Die Masturbation, die Lippi als erste Form des phallischen Genießens fasst, zeichnet sich demgegenüber durch orgastisches Erleben und eine sich vom Außen nährende Fantasietätigkeit aus. Im bisexuellen Phantasma, das die Masturbation strukturiert, werden demnach immer zwei Sequenzen verbunden: Weiblichkeit und Männlichkeit, Aktivität und Passivität, Genuss und Verbot, Inzest und Kastration, Befriedigung und Enttäuschung. Im Verhältnis zur sexuellen Begegnung und insbesondere zur Liebe diene die Masturbation auch dem Schutz vor einem unvorhersehbaren und destabilisierenden anderen Genießen.
Der Artikel erschien zuerst als Lippi, Silvia: Les Destins de la Masturbation, in: La clinique lacanienne, 2006, Heft 11, S. 175–193, © éditions érès. Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Verlags.
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