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Vergewaltigung und Sexualität - Versuch über eine Grenzlinie

Autor/innen

  • Barbara Sichtermann

DOI:

https://doi.org/10.21248/riss.2019.90.277

Schlagworte:

Sexualität, weibliche Sexualität, Vergewaltigung, Vergewaltigungsphantasie, Schmerz, Lust, Körperverletzung, Sado-Masochismus, Frauenbewegung

Abstract

In dem erstmals 1987 erschienenen Text kritisiert Sichtermann ein in der Frauenbewegung vorherrschendes Bild weiblich-friedlicher Sexualität. Dagegen begreift sie die Lust am Zufügen und Erleiden von Schmerzen als der »normalen« Sexualität innewohnend. Sexualität sei ein Tanz mit passiven und aktiven Figuren, welche erst durch das Patriarchat dem weiblichen und dem männlichen Geschlecht zugewiesen werden. Mit Rücksicht auf den Doppelcharakter von Lust und Schmerz, der auch eine Uneindeutigkeit von Ja und Nein impliziere, könne eine Grenzlinie zwischen Vergewaltigung und Sexualität gezogen werden: Eine Vergewaltigung sei zuvörderst eine Demonstration von Macht und Autorität, die zeige, dass der Vergewaltiger nicht nur die Frau, sondern auch die Sexualität verachte und unterwerfen wolle.

Wiederabdruck von Sichtermann, Barbara: Vergewaltigung und Sexualität. In: Dies., Weiblichkeit. Zur Politik des Privaten. Berlin 1987: Wagenbach © 1987 Verlag Klaus Wagenbach, Berlin.

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Veröffentlicht

19.02.2019