Nicht ohne Wunsch und Genießen
Zu einer bekannten Debatte aus bioanalytischer Sicht: Psychoanalyse zwischen Natur- und Geistes-/Kulturwissenschaft
DOI :
https://doi.org/10.21248/riss.2021.95.490Mots-clés :
Erklären-Verstehen, Natur- und Geisteswissenschaften, Reflexion, Körper, Wunsch, Befriedigung, GenießenRésumé
Der deutschsprachige Mainstream der Psychoanalyse-Rezeption in Philosophie, Geistes- und Sozialwissenschaften hat sich vornehmlich auf Mitscherlich und Lorenzer berufen und dabei eine (tiefen-)hermeneutische Version von Psychoanalyse gegen ein vermeintliches »szientifisches Selbstmißverständnis« Freuds (so Habermas) zu verteidigen versucht. Der Preis einer solchen Strategie war es, am Leitfaden der Erklären-Verstehen-Kontroverse die körperlichen Aspekte aus dem Nachdenken über die Psyche herauszuhalten und einen idealisierten Begriff von Reflexion ins Zentrum der Interpretation von Lebensgeschichte zu stellen. Die Frage, wie jedoch in psychoanalytischer Perspektive Reflexion und Bewusstsein in einem organischen Körper überhaupt möglich sei, der von Wünschen, Triebbefriedigungen und Lüsten durchzogen ist, wurde ausgespart.
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© Erik Porath 2021

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