Sich in der psychotischen Übertragung orientieren
DOI:
https://doi.org/10.21248/riss.2018.89.223Schlagworte:
Psychose, Umkehrung der Übertragung, Handhabung der ÜbertragungAbstract
Der Autor schlägt vor, ein Verständnis der Handhabung der Übertragung in der Arbeit mit der Psychose zu erarbeiten. Er trägt dabei einer Umkehrung der Übertragungsrichtung Rechnung: Während in der Neurose die Übertragung vom Subjekt zum Anderen verläuft – denn in der Neurose handelt es sich oft um eine Frage, die vom Subjekt an den Anderen mit der Unterstellung, dass er das an Sein enthält, das ihm fehlt, gerichtet wird – befindet sich in der Psychose das Objekt-Ursache-des-Begehrens eher auf der Seite des Subjekts selbst, welches sich seinerseits als ein Wesen sieht, das dem Anderen fehlt. Daher rührt die Gewissheit, immer für den Anderen wichtig zu sein, von der der Psychotiker zeugt. Ausgehend von diesen Aspekten bedenkt der Autor eine klinische Handhabung, die darin besteht, die Übertragung desjenigen zu behandeln, der mit der Klinik der Psychose befasst ist; damit geht eine gewisse Ausleerung einher, um die Adressierung erträglicher zu machen, in der das psychotische Subjekt sich mit dem Blick des Anderen, mit dem er in Beziehung steht, beschäftigt sieht.
Das französische Original ist erschienen in: Zenoni, Alfredo: L’autre pratique Clinique. Psychanalyse et institution thérapeutique. Toulouse 2009: Érès, S. 221–244, sowie unter dem Titel Logique du transfert dans la psychose in: Les feuillets du Courtil. 2007, Heft 27, S. 9–32. Die hier vorliegende Fassung ist leicht gekürzt.
Übersetzung aus dem Französischen von Alexandre Wullschleger auf der Basis einer Rohübersetzung aus dem Englischen von Sophie Steininger.
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